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Interview: BLUES PILLS
Titel: Temperamentvoller Kern

Paris, die weltberühmte Stadt der Liebe, wurde letztes Jahr zur Stadt von Blues Pills gemacht! Dies geschah am 30. Oktober 2016 im komplett ausverkauften Le Trianon, seines Zeichens Theater und Konzerthalle in einem.

Zusammen mit 1.200 enthusiastisch verzückten Fans zelebrierten die enorm ansagten, multinationalen Blues Rocker um Sängerin Elin Larsson eine unter die Haut gehende Show, deren Zauber die Band und auch keiner der an diesem Abend dort Anwesenden jemals wieder vergessen können wird.

Dargeboten wurden die intensiven Songs des 2016er Chartbreaker-Albums „Lady In Gold“. Veröffentlicht wird der Mitschnitt des Ganzen nun offiziell unter dem Titel „Lady In Gold - Live In Paris“. Wie Gitarrist Dorian Sorriaux in diesem Kontext wissen lässt, freut er sich dieser Tage schon mächtig auf die anstehende Tour zusammen mit den US-Rockern Black Star Riders.

„Es läuft wirklich prima für uns. Aber auch 2016 war ein fantastisches Jahr für Blues Pills. Wir konnten in ganz Europa Chart-Erfolge verbuchen mit ‚Lady In Gold‘. Daneben spielten wir einige der größten Shows in der bisherigen Geschichte der Band. Es war wirklich aufregend, so viel zu touren und im Zuge dessen mit Rickard Nygren einen neuen Live-Mann ins Boot zu holen, der an Hammondorgel und Gitarre gleichermaßen spitze ist! Wir wuchsen in dem Jahr enorm in Sachen Performance, was jede unserer Shows sehr speziell und spannend werden lässt.“

Für den außergewöhnlichen sympathischen Lockenkopf mit der angenehm sanften, erfreulich höflichen Art ist es von immenser Wichtigkeit, dass er ebenso zufrieden wie stolz mit dem ist, was er mit seiner Gruppe unter die Leute bringt.

„Ja, das stimmt schon, ‚Lady In Gold - Live In Paris‘ ist tatsächlich auch unsere Liebeserklärung an diese großartige Stadt. Paris ist eine wirklich spezielle Stadt für mich. Und Le Trianon war ganz einfach die perfekte Location, um dort ein Live-Album mitsamt -DVD aufzunehmen. Es ist ohnehin immer wieder etwas ganz Besonderes für uns, in Frankreich, insbesondere eben in Paris, Konzerte zu geben.“

Begeisterung, Hingabe und Teilnahme des Auditoriums empfand Dorian als wundervoll, wie er mit strahlenden Augen offenbart.

„Das Publikum war komplett von uns gepackt und die somit freigewordene Energie war so grenzenlos toll zu erleben! Ich kannte Leute in der Menge und wusste im Vorfeld, dass der Gig aufgezeichnet wird, was es für mich hochgradig aufregend machte, da zu sein. Ich bin immer sehr froh, wenn ich daran denke, dass diese umwerfende Show mitgeschnitten wurde. In Madrid, ebenfalls Station dieser Tour, waren die Leute ähnlich von uns angetan, wie ich mich erinnern kann, da wurde uns eine unglaubliche, frenetische Begeisterung zuteil.“

Vorab war er ziemlich nervös, gibt der französische Griffbrettliebhaber unumwunden zu. „Das war heftig, ich konnte an gar nichts anderes mehr denken“, verlässt es seinen Mund unter einem warm-milden Schmunzeln.

„Die anstehende Show dominierte alle meine Gedanken an diesem Oktobertag. Alle aus der Crew versuchten mich zu beruhigen, sagten mir ständig, dass alles schon großartig werden würde. Mein bester Freund aus Kindertagen kam vorbei, um mir vor der Show noch Hallo zu sagen. Zusammen sahen wir uns noch die Vorband Kadavar an, musterten die Besucher und ihr Verhalten während dieses Live-Sets ganz genau. Dann ging es für mich auch auf die Bühne - und in der Tat geriet der Auftritt zu einer grandiosen Angelegenheit. Danach erholte ich mich zusammen mit meinen Freunden und genoss so einige kühle Biere.“

Da die außergewöhnlich intensive Live-Präsenz und die faszinierend energiereiche Performance von Blues Pills neben der Musik an sich ebenfalls explizite Bekanntheit erlangten, drängt sich die Frage nach der Band-eigenen Formel dazu förmlich auf. Der Gitarrist bringt es auf den Punkt:

„Wir versuchen bei jeder Show, alles zu geben was wir haben. Und ich denke, das macht es zum Großteil aus. Auch mögen wir es, anhaltend spontan zu sein, was auf der Bühne auch immer eine ganz gewisse Art von unberechenbarer ‚Jam-Situation‘ erwachsen lässt. Das erfüllt unsere Auftritte mit einem zusätzlichen, sehr speziellen Vibe.“

Und genau all das kam in Paris an diesem 30. Oktober bestens zusammen, freut sich Dorian.

„Eine Vielzahl an außerordentlich offenen, emotionalen Momenten, voll von reiner, unverbrauchter Energie. Ich stehe wirklich total drauf, wenn uns das Publikum mit seinem Zuspruch, dem Feeling und der Verzückung so gänzlich nahe ist wie in Paris. Einzigartig! Ich fühlte mich regelrecht hart durchgeschüttelt von Nervosität, Aufregung und Glückseligkeit in einem. Der reinste Gefühlsrausch - das muss man erleben!“

An Lampenfieber vor einem Konzert leidet der ebenso passionierte wie talentierter Musikus jedoch ansonsten eigentlich nicht, wie er sagt. „Zum Glück nicht, und darüber bin ich auch sehr froh.“ [lacht]

Um einen vorausschauenden Ausblick zum kommenden Nachfolger von „Lady In Gold“ gebeten, kann er lediglich sagen, dass ein Album 2017 kommen wird. „Wir werden wohl so zu Beginn des nächsten Jahres ans Songwriting dazu gehen.“ 


© Markus Eck, 18.10.2017

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