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Interview: EDENBRIDGE
Titel: Empathisch

Als die Österreicher Mitte Februar ihr neuntes Album „The Great Momentum“ veröffentlichten, waren Fans und Medien gleichermaßen überrascht vom hohen musikalischen Druck und der kraftvoll-orchestralen Ausrichtung dieses Werkes. Daran war neben Gitarrist, Keyboarder und Maincomposer Arne ‚Lanvall’ Stockhammer vor allem der 2016 neu hinzugekommene Schlagzeuger Johannes Jungreithmeier nicht ganz unschuldig.

Der vollmelodische Symphonic Metal der Formation um die nicht nur stimmschöne Frontfrau Sabine Edelsbacher konnte von Edenbridge auch insgesamt variantenreicher als je zuvor präsentiert werden. Lanvall und Sabine stellen sich im 2017er Jahres-Resümee bereitwillig ganz bestimmten Schlagwörtern.

Band?

Lanvall: 2017 war ein großartiges Jahr für Edenbridge. Unser neues Album „The Great Momentum“ chartete in Deutschland, der Schweiz, England und USA und wir spielten unsere ersten Konzerte auf amerikanischen Kontinent auf der legendären 70.000 Tons Of Metal Cruise. Und kürzlich kam unser neues Live-Album „Live Momentum“ raus, das es nur in unserem Webshop www.edenbridge.org/shop zu bestellen gibt.

Konzerte?

Lanvall: Meine beiden Konzerthighlights waren Testament auf dem Pooldeck des 70.000 Tons Of Metal Festival, die wirklich alles in Schutt und Asche legten. Ich fühlte mich wieder wie als 17-jähriger, als ich deren Debut hörte. Und Hans Zimmer in der Wiener Stadthalle mit 50-köpfigem Ensemble war auch große Klasse - von der Auswahl seiner Musik ganz schön gewagt und im zweiten Teil so heavy, dass einige Besucher sogar den Saal verließen.

Musik?

Lanvall: Das neue Threshold Album „Legends Of The Shires“ ist ganz große Klasse. Zudem Steven Wilsons „To The Bone“. Und ich habe den wirklich sensationell großartigen Backkatalog von Chris de Burgh entdeckt.

Welt?

Sabine: Man könnte schon Angst bekommen, wenn man Zeitung liest und Nachrichten sieht. Wenn man dann zu recherchieren beginnt um der Wahrheit auf die Spur zu kommen, wird man auch nicht unbedingt beruhigter. Ich finde es schon wichtig sich zu informieren, aber man darf nicht aufhören gleichzeitig das Schöne zu sehen und zu hören um wieder in Balance zu kommen. Jeder Einzelne hat die Möglichkeit in seinem Lebensumfeld positiv zu wirken und die Verantwortung für seine Gedanken, Gefühle und Taten zu übernehmen. Wenn man nach innen horcht und dem folgt was man Herzenswunsch nennt, dann kann man schon sehr viel beitragen für eine bessere Welt. Mit Edenbridge machen wir genau das seit unserem Entstehen vor 18 Jahren.

Metal-Szene?

Lanvall: Ganz ehrlich. Es gibt kaum noch neue Sachen, die mich wirklich berühren. Das meiste ist Massen-system-kompatibler Einheitsbrei, der am Reißbrett konstruiert ist. Wirklich große Melodien und Gänsehaut-erzeugende, spannende Harmoniebögen bringt kaum jemand mehr zustande.

Verabschiedungen?


Lanvall: Für mich persönlich Roger Moore, der beste James Bond aller Zeiten. Der tragische Tod des französischen Abfahrers David Poisson hat mich als Skifreak auch geschockt, weil durch die lächerliche Streckenabsicherung völlig unnötig. Und ganz besonders natürlich nicht zu vergessen unser Promomann bei Steamhammer/SPV, Mirko Marten, der unerwartet und viel zu jung verstorben ist. Ich kannte ihn leider nur kurz, aber es war eine große Freude mit diesem durch und durch sympathischen und liebenswerten Menschen zu arbeiten.

Freude?

Lanvall: Die jetzige Bandkonstellation bei Edenbridge mit unserem neuen Schlagzeuger Johannes und Bassisten Stefan Gimpl. Die Konzerte machen einfach unglaublichen Spass! Und Ich freue mich sehr auf die Co-Headliner Tour mit Amberian Dawn im Februar 2018.

Leid?


Sabine: Wie war das noch mal mit den Sieben Todsünden? Auf Wikipedia steht: Hochmut, Geiz, Zorn, Völlerei, Neid, Faulheit und Wollust stehen für den Dämon, der dem Menschen innewohnt. Diese Dämonen sind leider immer noch nicht ihrer Macht enthoben und verursachen Jahr für Jahr neues Leid. Das Dumme ist nur, bei den Anderen fallen sie einem gleich ins Auge, aber selbst?

Visionen?

Lanvall: Ein neues Edenbridge-Album mit Release 2019. Drei Songs, mit denen ich superhappy bin, sind bereits fertig und ich hoffe, dass 2018 die richtige Inspiration bringt.

© Markus Eck, 30.12.2017

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