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Interview: RIVERSIDE
Titel: Erfülltes Verlangen

Für ihr sechstes Album gingen diese polnischen Progressive Rocker tiefer als je zuvor in sich. Von ganz enormer Gefühlstiefe durchzogen, zeigt „Love, Fear And The Time Machine“ die vier Warschauer ganz eindeutig auf dem bisherigen Zenit ihres Schaffens.

Seit dem 2013 veröffentlichten Werk „Shrine Of New Generation Slaves“ hatten sich die Fans der Formation auf einen weiteren Studio-Langdreher zu gedulden. Jetzt endlich lässt die feingeistige Ausnahmeband um den vielseitigen Sänger und Gitarristen Mariusz Duda sämtliche Wartezeit im Nu vergessen. Schließlich erweisen sich die neuen Lieder als rundum erfolgreiche Entführer aus der Realität.

Auf großer Reise
„Mit den neuen Stücken zeigen wir den Leuten da draußen einmal mehr ein anderes Gesicht unserer Musik“, verkündet Mariusz.

„Also so, wie wir es immer schon gemacht haben und wie wir es allesamt lieben. Wir fühlten uns während des gesamten Songwritings wie auf einer musikalischen Reise.“

Und das hört man den Tracks auch voll und ganz an, wie er ergänzt.

„Diese zehn Schöpfungen nehmen einen regelrecht an der Hand mit in ihre jeweilig ganz eigene Welt.“

Mehr: „Erfahrene Riverside-Kenner werden bei vermehrtem Hören feststellen, dass wir für dieses frische Album teils bewusst zurück zu unseren Wurzeln gegangen sind. Es sind zuweilen nämlich Anklänge an das Debütalbum ,Out Of Myself‘ zu erleben.“

Allerdings, so der Sänger und Gitarrist, kommt dies in neuartiger Form zum Ausdruck. „Alles in allem stellt ,Love, Fear And The Time Machine‘ auf künstlerischer beziehungsweise kreativer Ebene jedoch eine runde Summe aller unserer bisherigen Eindrücke, Erfahrungen und kompositorischen Vorstöße dar.“

Froher gestimmt
So tauchten Riverside laut Mariusz seit dem zweiten Album „Second Life Syndrome“, 2005 auf den Markt gebracht, vermehrt in dunkle und eindringliche Thematiken ein.

„Nachfolgend gerieten uns die Kompositionen zwar natürlich reifer und ausgefeilter, aber emotionale Schwärze und Traurigkeit wollten nicht daraus weichen.“

Für das neue Album „Love, Fear And The Time Machine“ konnten sich Riverside jedoch selbst wieder helleren Bereichen und Klängen öffnen.

„Obwohl auch aktuell schon noch eine große Dosis an Melancholie darin vorkommt, öffnen wir neuartige Räume, die sozusagen mit mehr Licht und positiven Stimmungen durchflutet sind. Wir fühlten uns auch bei den Arrangements davon beeinflusst, was das Endprodukt sehr homogen und auf den Punkt gebracht werden ließ. Bislang gelang uns meiner Meinung jedenfalls seit der 2001er Bandgründung in all den Jahren keine einzige Veröffentlichung, die sich so kompakt und in sich geschlossen anhört wie ,Love, Fear And The Time Machine‘.“

Hoch auf der Tonleiter
Mit am wichtigsten ist der Gruppe laut Aussage des Frontmannes, nach wie vor auch weiterhin feinste Melodien zu entdecken.

„Ich wollte immer schon hochwertige Alben mit einer feierlichen Menge an großartigen und ambitionierten Songs aufnehmen. Und ich bin überzeugt der Ansicht, dass sich unsere Fans das ebenso wünschten. Nun können wir ihnen genau so eine Liederkollektion präsentieren, was mich sehr glücklich macht. Letztlich ist der Titel des Albums nun nach diesem Statement auch besser zu verstehen, wie ich finde. Wir hoffen, dass die Menschen unsere neueste Musik dementsprechend willkommen heißen werden! Obwohl wir aber eben nicht wir selbst wären, würden wir nicht auch mit unerwarteten, teils sogar ein wenig kontroversen Überraschungen aufkreuzen.“

© Markus Eck, 18.08.2015

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