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Interview: VERSENGOLD
Titel: Lieder aus dem Leben

Aus den reizvollen Bestandteilen Gitarre, Geige, Mandoline, Fidel, Flöte, Bodhrán, Nyckelharpa, irische Bouzouki, Schlagzeug und Klavier lassen diese Bremer Folk-Musikanten eine einzigartige Mischung entstehen.

Das neue Album „Zeitlos“ zeigt die Musik von Versengold mitsamt vielfach berührenden Gesängen auf dem bisherigen Zenit des Schaffens.

Und im erfreulichen Gegensatz zu vielen artverwandten Mittelalter Folk-Acts gehen die multipel fähigen Nordlichter mit umfassendem Tiefgang vor.

Auf der Bühne zuhause

Bei Versengold wird immer viel komponiert und getextet, wie Sänger, Flötist und Lyriker Malte ,Snorre‘ Hoyer mit einem Lachen auf der Miene verlauten lässt.

„Schließlich muss der Laden ja am Laufen gehalten werden. Tatsächlich gab es noch einige weitere Entwicklungen in der Band wie beispielsweise die Aufnahme und Integration der beiden neuen Bandmitglieder an Drumset und Bass. Wir mussten alles neu arrangieren und waren gezwungen sogar mal wieder ausgiebig zu proben“, gibt er scherzhaft grinsend vor, „und nebenbei haben wir natürlich reichlich Konzerte gegeben und gefeiert ... wie es sich eben für eine Folk-Band gehört!“

Erweiterte Bandbreite
Wo Versengold draufsteht ist auch Versengold drin, so der Frontmann mit klarer Meinung. So bietet die neue Veröffentlichung seiner Aussage nach den besten Versengold-Sound den es bisher gab.

„Viele lebensbejahende und nachdenklich Stücke zum abfeiern und sinnieren. Allerdings haben wir unseren gewohnten Sound jetzt noch mit weiteren Instrumenten abgerundet. Drumset und Bass sorgen für noch mehr Druck und Tanzbarkeit und das Piano bringt mehr musikalische Tiefe in die Balladen. Die Texte sind natürlich eher gewohnt lyrisch und mehrdeutig angelegt. Ich sehe eine unsere größten Stärken in der Vielschichtigkeit unserer Songs. Wir sind eine Band die sowohl Feierlieder als auch Balladen schreiben kann und damit die Leute begeistert. Das wird auf der neuen Scheibe besonders deutlich.“

Herzblut auch für Einzelheiten
Kompositorisch sind die Bandmitglieder immer alle ein bisschen am Ganzen beteiligt, so Snorre, da sie die Lieder gemeinsam arrangieren.

„Bei dieser Produktion kann man aber mit Fug und Recht behaupten, dass unser Gitarrist Daniel den Löwenanteil der kreativen Ideen beigesteuert hat. Wir haben im letzten Jahr unser mögliches Material gesichtet und einfach angefangen. Bis die Songs ,studioreif‘ waren sind einige Monate und Vorproduktionstreffen ins Land gegangen. Wir haben - wie immer - mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Für mich persönlich war einer der schönsten Momente, als unser Drummer und Pianist Sean, seine Idee für die wundervolle Bridge in ,Die Schönheit der Schatten‘ vorstellte. Großartige Arbeit!“

Fokussiert aufs Eigentliche
Worin lag die Entscheidung begründet, das Lied „Hoch die Krüge“ als Single vorab auszukoppeln? „Zum einen sehen wir den Song natürlich als einen der stärksten auf der Platte an. Zum anderen wollten wir auch allen zeigen, dass wir trotz erweiterter Besetzung immer noch an unsere Wurzeln und unsere großartigen Szenefans denken ... also sollte es ein Song mit klarer ,historienbezogener‘ Bildsprache sein.“

Auf Ungezwungenheit ausgerichtet
Es mag recht pathetisch klingen, so der Vokalist, Flötist und Texter, aber sein größter Antrieb für die Musik mit Versengold war und ist die Freiheit. „Die Freiheit meinen Alltag so einzuteilen, wie ich es mag und die Freiheit mit dem, was mir Spaß und Erfüllung beschert mein Brot auf den Teller zu kriegen. Natürlich kann ich diese bequeme Lebensweise erst ausleben, seitdem ich auch ein wenig Geld mit meinen Bands verdiene. Reichtum und Ruhm haben mich nie interessiert“, so spricht er lachend.

Versengold melden sich aktuell weitgehend in Originalbesetzung zurück.

Es scheint also noch immer alles zwischenmenschlich und auch künstlerisch prima zu klappen bei diesen Bremer Folk-Musikanten, oder?


„Es gibt keine Menschen mit denen ich mehr Zeit verbringe, als mit meinen Bandmitgliedern. Dass wir immer noch gut zusammenarbeiten und sogar miteinander befreundet sind, ist keine Selbstverständlichkeit. Die beiden Neuen in der Band fügen sich auch nahtlos in unsere Gruppe ein. Ja ... wir verstehen uns auf allen Ebenen sehr gut ... möge es immer so bleiben!“

„Zeitlos“ - eigentlich erklärt es sich schon von selbst, aber was genau steckt für die Urheber hinter dem Albumtitel? „Eine ganze Menge. Wir wollten einen aussagekräftigen, großen Titel und gleichzeitig einen der betont, dass unsere Musik nicht zwangsläufig einer Szene oder einer Zeit zugeordnet werden muss beziehungsweise kann. Die Themen der Texte und die folkigen Kompositionen sind sprichwörtlich ,Zeitlos‘.“

Voll und gern im Leben
Um welche lyrischen Inhalte drehen sich die neuen Lieder hauptsächlich? „Anfang 2014 bin ich dem Tod bei einem Autounfall mit viel Glück von der Schippe gesprungen. Das schlägt sich natürlich in meinen Texten nieder. Wer aber denkt, dass es daraufhin nur melancholische Lyrics und Arrangements gibt, der irrt. Wir haben viele Themen vertont, die ich schon immer mal sagen wollte und natürlich feiern wir das Leben in gewohnter Manier! So erhoffe ich mir eine Menge weitere wundervolle Konzerte. Und ich wünsche mir, dass unseren Fans und Hörern unser neues Album ,Zeitlos‘ so gefällt wie mir persönlich und das wir noch viele weitere Menschen für Versengold begeistern können. Danke!“

© Markus Eck, 20.07.2015

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