Linientreue ohne Selbstkopie

 

Black Heavy Metal spielt dieses aus der Düsseldorfer Gegend stammende Quintett laut eigenem Bekunden, welches 1998 gründetet wurde. Düster, hart und melodisch wollten sie sein, und mordsdüster, perfekt ausgehärtet und richtig schön melodisch sind sie dann auch geworden. Ihre individuelle Qualitätsmischung aus Dark, Black und traditionell geschmiedetem Schwermetall macht MIDWINTER zu einer der rar gestreuten Dunkelkapellen, welche man unbedingt aus der undurchsichtigen Tiefe der Unbekanntheit nach oben ins Rampenlicht der Öffentlichkeit holen sollte. Denn die trotz großer Einflussbandbreite sehr ausgeprägte Eigenständigkeit, welche auch die erhebend epischen Lieder ihres neuen Albums „Astral Mirrors“ aufweisen, macht aus jeder der vielschichtigen aktuellen Kompositionen ein kleines Underground-Juwel.

 

„Die Stimmung bei uns zurzeit ist sehr gut. Denn die Reaktionen auf unser neues Album „Astral Mirrors“ sind äußerst positiv sowohl von den Fans als auch von Medienseite her. Auch der Line Up-Wechsel hinterm Schlagzeug hat der Band gut getan. Wir hatten fast ein halbes Jahr lang keinen festen Drummer und mussten einige Gigs mit Aushilfsschlagzeugern bestreiten. Der neue Trommler verleiht uns als Band viel neue Energie. Wir haben nun definitiv das beste Midwinter-Line Up seit Gründung der Band zusammen und sind extrem heiß darauf, das auch auf der Bühne zu beweisen.“, freut sich Bassist Andreas Funke.

 

Gitarristin Esther Maciolek legt gleich noch die Bedeutung des Bandnamens dar: „Der Name Midwinter beschreibt unsere Musik. Er reflektiert verschiedene Stimmungen: Eine dunkle Winternacht, eine verträumte Schneelandschaft, Eiseskälte. Er hat also eher eine emotionale Bedeutung.“

 

Für Keyboarder Tom alias AbraxasNoir besteht der größte Reiz an der von MIDWINTER gespielten Musik aus einem gewissen Quantum an Ehrlichkeit und Kompromisslosigkeit. „Die Welt wird nicht lediglich von ihrer unbeschwerten und hellen Seite dargestellt, sondern der Hörer wird mit dem konfrontiert, was ansonsten eher unter der Oberfläche brodelt. Gerade das macht den düsteren Metal so emotional; man entdeckt Themen und Seiten an sich, die man ansonsten zu selten auslebt. Musikalisch gesehen sprechen mich die Atmosphäre und Härte unseres Sounds an.“

 

Laut Andi bestehen die Unterschiede zukünftigen Songmaterials auch zu den aktuellen Stücken auf „Astral Mirrors“ darin, immer wieder einen Spagat zu wagen. So meint der Tieftoner: „Wir wollen uns selbst treu zu bleiben ohne uns dabei zu wiederholen. Unser Schwerpunkt wird auch in Zukunft bei Black und Heavy Metal liegen und man wird weiterhin mit typischen Midwinter-Ohrwürmern rechnen können. Aber wer unsere Musik kennt, weiß, dass wir uns nie so ganz einfach einordnen ließen und Spaß an Experimenten haben. Das wird auch so bleiben. Wir werden sicher die eine oder andere Überraschung in der Zukunft parat haben, vor allem in punkto Härte werden wir dank unseres neuen Drummers sogar noch zulegen.“

 

Grundsätzlich hören alle in der Band die Klassiker des Metal wie Iron Maiden, Bathory und Slayer, wie er im Weiteren ausführt. „Das ist unser gemeinsamer Nenner und unser roter Faden. Wenn es aber zu jüngeren, experimentelleren Bands kommt, dann setzt jeder seine eigenen Prioritäten. Die sind über das gesamte Metal-Spektrum verteilt, was uns einen großen Pool an Ideen beschert. Einzelne Faves aufzulisten, würde jetzt wohl den Rahmen sprengen und ändert sich auch je nach Stimmung. Dazu kommen dann noch Inspirationen aus klassischer und ethnischer Musik sowie Rock und Hardrock – je nach Song mal mehr, mal weniger.“

 

Laut der nachfolgenden Aussage von AbraxasNoir reicht das Spektrum der Emotionen, die MIDWINTER durch ihre Musik reflektieren, von Ängsten und den Abgründen der menschlichen Seele bis hin zu Träumen und Hoffnungen. Düstere Visionen, Albträume, Verlust und Verzweiflung finden genauso den Weg in die Songs wie auch Gefühle von Kraft, Mut sowie dem Willen, nicht aufzugeben und zu kämpfen: „Ab und an entsteht aber auch einfach mal ein Party-Song, wenn wir Bock drauf haben; man sollte sich z.B. mal  `Dragonrock` anhören, einen neueren Track, der aber noch seiner Veröffentlichung harrt. Bei uns steht neben den dunklen und ernsten Themen genauso ab und an der Spaß im Vordergrund.“

 

Wie sich Esther in diesem Kontext einschaltet, möchten MIDWINTER mit ihren Lyrics die Hörer genauso genommen auf eine Reise in bizarre Welten entführen. „Im eigenen Unterbewusstsein konfrontieren wir sie mit Ängsten, Träumen und Hoffnungen. Während die Emotionen durch die Musik geleitet werden, bieten abstrakte Darstellungen an der Grenze zwischen Traum und Realität Spielraum für eigene Phantasien. Wir sind im Moment bereits dabei, neue Songs einzustudieren. Das ein oder andere Stück werden wir auch auf den nächsten Konzerten präsentieren. Auf einen Termin für die nächsten Album-Aufnahmen werden wir uns aber erst kurzfristig festlegen, da wir die nächste CD ebenso wie „Astral Mirrors“ in unserem eigenen Metallurgy-Studio aufnehmen werden. Da sind wir zeitlich flexibel und können unseren Sound selbst gestalten.

 

Andi empfiehlt abschließend: „Live sind wir am stärksten. Das ist die Essenz unserer Musik, und wir gehören auf die Bühne. Wer nicht in einer Gegend wohnt, in der wir spielen, kann dank der Segnungen des Internet zumindest mal auf unserer Webseite in unser aktuelles Album reinhören. Metal Forever!“

 

Markus Eck