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Band: ELUVEITIE
Titel: Evocation II - Pantheon
Genre: Celtic Pagan Folk
Label: Nuclear Blast
Format: Album CD
Punkte: 9 / 10

Als ihnen die Zeit reif dafür schien, gingen die Schweizer Folk Metal-Giganten Eluveitie den zweiten Teil ihrer 2009 begonnen Reihe von Akustikalben an. Gleich vorweg: Der Nachfolger zu „Evocation I - The Arcane Dominion“ wird niemanden enttäuschen, der sich genau darauf gefreut hat.

Vor allem trotz eines massiven Wechsels im Line-Up, der bei vielen nicht wenige Befürchtungen entstehen ließ. Doch Clanchef Chrigel hat seinen kopfstark besetzten Haufen einfach nach wie vor bestens im Griff, wie sich eins ums andere Mal auf „Evocation II: Pantheon“ erweist. Verspielt, stimmungsvoll, eingängig, elegant erschallen die 18 Kompositionen, von denen man so einige gleich nach dem ersten Hören mitpfeifen kann.

Die neue Vokalistin Fabienne Erni macht ihre Aufgabe so gut, dass selbst Vorgängerin Anna Murphy beim Zuhören ob des teils berührend lieblichen Vortrags Freude empfinden wird. Thematisch dreht das Album das Rad der Zeit zurück zum Ursprung allen Seins. Besungen wird Antumnos, die sagenhafte Anderwelt, mit dem keltischen Götterpantheon.

Das schwungvoll interpretierte, einem bretonischen Traditional entlehnte „Lvgvs“ werden so einige noch von der niederländischen Formation Bots kennen, von deren 70er-Version „Was wollen wir trinken (7 Tage lang)“. „Antvmnos“ wiederum basiert auf dem uralten englischen Volkslied, mit dem Simon & Garfunkel 1966 Weltruhm erlangten - die Version von Sarah Brightman aus dem Jahr 2000 kann ebenfalls bezaubernde Wirkung entfalten.

Doch hat „Evocation II: Pantheon“ schon auch genug eigene, gute bis sehr gute Ideen sowie originelle Arrangements - teils mit spannendem Hörspielcharakter - zu bieten, die das Hören zu einer äußerst angenehmen Angelegenheit machen. Denn geschmackvoller, kompetenter und wonniger als bei Eluveitie in der Akustikversion können keltische Mystik, heidnischer Spiritualismus und naturmagischer Glauben bestimmt nicht zelebriert werden.

© Markus Eck, 05.08.2017

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