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Band: END OF GREEN
Titel: Void Estate
Genre: Depressive Dark Rock
Label: Napalm
Format: Album CD
Punkte: 9 / 10

Großraum für Atmosphäre, mit viel Platz zum Träumen? Ernsthaft und echt muss es sein? Dann unbedingt End Of Green 2017! Denn mit dem neuen Album machen die Stuttgarter Seelenmenschen erneut einen großen und festen Schritt nach vorne.

25 Jahre Aktivität, mit allen Höhen und Tiefen, mit Freud und Leid, manifestieren sich in „Void Estate“, dem neunten Album der gefühlsbetonenden Dark Rocker. Den stilsicheren Anfang macht das fast zum Flennen schöne, flehentlich wirkende, sentimental stimmende Goth Doom-Melodiker „Send In The Clowns“, womit End Of Green auf die richtige Fährte führen. Anklänge an Type O Negative sind in „Darkside Of The Sun“ unüberhörbar, auch hierin dominiert reibungsfreie und nahtlos aneinander gefügte Ideenbrillanz!

Über allem thront erhaben die einnehmend signifikante Stimme von Michelle, dessen düster strahlendes, erwachsen-reifes Timbre genau die richtige Kraftmixtur aus abgründiger Tiefe, kernigem Brummen, unheilbarer Melancholie und weinerlicher Zerbrechlichkeit in sich vereint. Einfach famos, dieser Kerl, auch heuer eine ganz eigene Klasse für sich! Viel zu wenige einheimische Kapellen im (Dark) Rock verfügen noch über einen so ausdrucksstarken Frontmann, um seine Stimme so derart im Vordergrund stehend nutzen zu können.

Seinen wesenseigenen, mit sich ziehenden Gesang erkennt man wohl selbst mit Wachs in den Ohren, während ein Düsenjet direkt über einem hinweg lärmt. Alternative-Elemente fügen auch die restlichen Beteiligten diesmal wie formgebende Mosaiksteine ein, was das Hören der elf Tracks noch unterhaltsamer, noch seriöser, noch kultivierter als in der Vergangenheit macht. Meinen herzlichen End Of Green-Glückwunsch also: „Void Estate“ ist Tränenköder und Lichtbringer in einem, eine absolut respektable Leistung.

© Markus Eck, 04.08.2017

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