Band: KNOCK OUT KAINE
Titel: House Of Sins
Genre: Sleaze Rock
Label: Dust On The Tracks
Format: Album CD
Punkte: 8 / 10

Eine gerade in deutschen Breiten bislang wohl noch recht unbekannte Talent-Band gibt mit dieser Veröffentlichung ihre erste große Vorstellung auf der Weltbühne der schlüpfrig rockenden Eitelkeiten. So gilt es hier, einem der am vielversprechendsten Sleaze Rock-Acts dieser Tage überhaupt angemessen zuzuhören.

Denn ihr aktuelles, in den englischen Chapel Studios von Ewan Davies aufgenommenes Werk, bietet vollauf melodisches und blitzschnell ins Blut gehendes Material der klassischen Sleaze Rock-Schule. Material, welches sich zudem als würdigende Reminiszenz an so einige alte Genre-Helden erweist. Produktions-Guru Davis genießt als Reglerdreher bekanntlich einen erstklassigen Ruf. Er hat auch schon solchen bekannten Größen wie Therapy?, Arctic Monkeys und den Kaiser Chiefs tolle Sounds verschafft.

Die Formation hat sich über all die Jahre ihrer lautstarken Existenz einen soliden Namen erspielt, der von den bisherigen Fans nur zu gern genannt wird. Knock Out Kaine wurden unter dem heutigen Bandnamen irgendwann um 2009 herum gegründet, hier in Deutschland kennt die Musik der Jungs bislang fast keiner. Das wird sich nun entscheidend ändern. Denn nach hörbar verdammt harter Arbeit am Songwriting und zahllosen Live-Gigs attackiert der auch ziemlich Glam-lastige Haufen nun endlich stilistisch geneigte Ohrenpaare.

Die englische Gruppe mit der exzellenten Gitarrenarbeit konnte in ihrer Heimat bereits sehr viel an verdienter Aufmerksamkeit und Achtung verbuchen. Überhaupt kommt das Debütalbum „House Of Sins“ auch richtig gut produziert rüber. Primär fällt diese Veröffentlichung durch einen wirklich herrlichen 80er-Touch auf, der das gute alte und unbeschwerte Feeling dieser musikalischen Spielart eigentlich perfekt zu transportieren versteht.

Soll heißen, wer auch heute noch den ewigen Kultscheiben von Guns‘n‘Roses, L.A. Guns, Ratt, Stage Dolls, TNT, McQueen Street, Mötley Crüe, Steelheart und Skid Row inbrünstig hinterher flennt, der wird von Knock Out Kaine überwiegend echt optimal rock‘n‘rollend bedient. Ich freue mich ebenfalls darüber, dass die Scheibe auch so einige Querverweise zu den ersten beiden Wahnsinns-Alben von Bon Jovi aufweist.

Und während letztere als meine damaligen Jugend-Idole mittlerweile leider zu kompletten Witzfiguren des totalen Kommerzes geworden sind, so haben Knock Out Kaine es geschafft, erfreulich authentischen und vollauf glaubwürdigen Songs pulsierendes Leben zu verleihen. Nicht wenig Anteil daran trägt der ausdrucksstarke Sänger Dean Foxx, der mit seiner perfekt passenden, oftmals willkommen lasziven und wunderbar wandelbaren Stimme durchwegs punkten kann.

Dass sie bei aller Lust am eingängigen und knackigen Rocken auch genauso gut auf balladeskem Terrain sind, das beweisen die Musiker aus UK mit dem achten Track, der berührenden Ballade „Coming Come“. Letztere wurde am Ende des Albums auch noch als Radio-Edit platziert. Die erwähnte superbe und nuancenreiche Produktion von „House Of Sins“ verhilft Knock Out Kaine glücklicherweise zu dem edlen und reich mit Ideen verzierten Klanggewand, welches diese Band zu tragen verdient hat.

Nun ist es an der Zeit, Knock Out Kaine die nötige Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen. Auch wenn mir persönlich hier der ganz große Überflieger-Song von Knock Out Kaine noch fehlt: Sie sind gekommen, um sich zu etablieren, und diese Band ist aktuell stärker und auch entschlossener denn je.

© Markus Eck, 17.07.2012

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