DARKTHRONE
„Circle The Wagons“
(Peaceville) 8/10
Stilistisch außergewöhnlich mutig waren sie ja schon seit jeher.
Darkthrone haben daher schon lange niemandem mehr irgendetwas zu beweisen –
was es dem sympathisch querköpfigen norwegischen Duo mit den Jahren immer
mehr ermöglichte, sich ganz gelassen auf die Findung eines ureigenen musikalischen
Erscheinungsrahmens zu konzentrieren. Letzteres resultierte bekanntlich irgendwann
deutlich in einer ultrarotzigen, einer anstachelnd aufmüpfigen Kult-Symbiose
aus rüder Punk-Rebellion und stolzer Black Metal-Vergangenheit. Und ihr
so giftig-dreckiges Darkthrone-Gebräu verspritzen Fenriz und Nocturno Culto
auch auf dem neuen Langspielmanifest „Circle The Wagons“ nach allen Regeln ihrer
individuellen Vorlieben. Wie zuvor wieder mal immens rau riffend, ergötzlich
höllisch verkommen vokalisierend, hasserfüllt feindselig anmutend
und dabei auch noch auf alle klangliche Reinheit grinsend kackend, genau so
präsentieren sich die zwei unverwüstlichen Norwegergeister hier.
Dick pechschwarz angeschmierter, erzteuflisch beseelter, urwüchsig grober Satanic Rock’n’Roll mit betont grobem Realismus also, der nicht nur aufgrund der hochgradig verächtlichen Attitüde der zwei Urheber jeden noch so hohen Glockenturm binnen Sekunden zum Einknicken bringt. Das Ganze ist erneut zu 100% authentisch, zu 100% ehrlich und vor allem zu 100% wirkungsvoll, was einige rohe Hörfreude mit sich bringt – speziell in den zuweilen richtig hitmelodisch gemeisterten Songs! Ja, vor allem das geniale Titelstück „Circle The Wagons“ begeistert mit hoher Eingängigkeit. Doch auch sonst steht die schön omnipräsente und markante Gitarrenarbeit des skandinavischen Doppels auf dieser inspirierenden Scheibe über allen (gezielt kommerziellen) Dingen. Neun Tracks, neun hundsgemein gesinnte Ketzerbolzen.
© Markus Eck
(06.03.2010)