SAMMATH
„Triumph In Hatred“
(Folter) 7/10
Extrem! Höllisch! Bitterböse! Gewaltig! Und, ja, meistens mit hyperschnellen
Ultrarasanzen eingeprügelt – ja, das neue Album von Jan Kruitwagen’s Black
Metal-Horde Sammath fetzt um sich wie ein blindwütiger Riesendämon
im oberheftigen Amphetaminrausch. Wahrlich, „Triumph In Hatred“ ist eine einzige
verschwenderische Schwarzmetallorgie – denn Geiz beziehungsweise Limitiertheit
in Sachen Leidenschaft, Hingabe und Abwechslungsreichtum definiere ich anders.
Für Sammath-Neueinsteiger: Satansbraten Kruitwagen spielt hier bemerkenswert
souverän die Stromgitarren, kreischt ansteckend räudig ab wie ein
tobsüchtiger Maniac und schrieb auch die Songtexte. Er wuchs in Australien
auf, siedelte 1989 nach Europa über, genauer gesagt in die Niederlande
– und der Metal-Fanatiker gründete seine eigene Horde Sammath 1994. Das
krude Beißerkommando besteht und lärmt also schon seit bald 16 Jahren,
was meine und hoffentlich auch eure volle Anerkennung hat. 16 Jahre immenser
Hass, 16 Jahre aufrechte Abscheu, 16 Jahre Sehnsucht nach granitener Härte,
16 Jahre Durchhaltewillen – in diesem Genre eine Zeitspanne von respektabler
Anmut.
Besessener, diabolischer und vernichtender erklang definitiv keine Sammath-Veröffentlichung jemals zuvor – und „Triumph In Hatred“ ist auch gleichzeitig das bisherige Meisterwerk der Band. Sieben feurige Tracks sind drauf, einer vehementer als der andere – und Songtitel wie beispielsweise „Burn In The Fires Of Hell“, „Damnation” oder auch „Blazing Storm Of Steel“ machen keinen Hehl daraus, dass hier auch mit Worten nicht gerade zimperlich agiert wird. Clever verbaut wurden einige verführerisch melodische Gitarrensoli, welche stark beeinflusst sind vom guten alten klassischem 80’s-Metal. Ein Hochgenuss, das immer wieder zu hören! Und Hammer-Drummer Koos Bos knallt wie im Spielrausch auf die überstraff gezogenen Felle seiner gut munitionierten Trommelartillerie, und zwar so wild, aggressiv und vor allem haltlos, dass praktisch alles zu spät scheint. Sehr gut, denn die eruptiven Saitenduelle von Kruitwagen und seiner fitten Mitvollstreckerin Hanna van den Berg sind beileibe nicht leicht zu parieren – doch Bos gibt durchgehend alles und lässt Taktsalven ab wie Geschützdonner! Auch Live-Tieftoner Ruud feuert seine Bassflinte in absoluter Rage. Die bei Sammath seit jeher zu hörenden Thrash-Explosionen sind auch hier noch immer mit dabei, was dem Ganzen innerhalb der ohnehin hochmassiven Erscheinung noch mehr Wucht und Druck und vor allem Dreck verleiht. „Triumph In Hatred“ lässt jeden noch so hellen Heiligenschein blitzschnell zu Boden fallen.
© Markus Eck
(18.12.2009)