TRACEDAWN
„Ego Anthem“

(Drakkar) 8/10
Ihr selbst betiteltes Debütalbum vom letzten Jahr geriet diesen finnischen Flitzefingern zum Erfolg, was auch von vornherein gar nicht anders zu erwarten war. Denn Tracedawn sind einfach spitze, wenn es darum geht, höchste Spielkultur, edle Kompositionskunst und vor allem ausgeprägte künstlerische Tiefe in der Sparte Modern Melodic Dark Metal zu kultivieren. Im Gegensatz zu besagter Debütierung wirkt das Sextett diesmal sogar noch einen Zacken energischer und dynamischer, was man neben allerlei knackend harten und teils superschnellen Rhythmisierungen vor allem auf gesanglichem Sektor registrieren kann. Neben oftmals wirklich frenetisch aufgespielten Gitarrenvirtuositäten furioser Natur können Tracedawn auf „Ego Anthem“ sogar mit allerfeinsten Saitensoli begeistern, was der ohnehin einnehmenden großen Epik ihrer neuen Hammerscheibe zusätzliche Relevanz zu verleihen imstande ist. Irre, mit anzuhören wie viel Liebe, Hingabe und letztlich Detailfreude hier verbaut wurde – die noch immer hörbar immens hungrige Band scheint jede exerzierte Note sinnbildlich zu atmen! Doch auch auf lyrischem Terrain zeigen diese kaiserlich talentierten Prachtkerle, dass ihnen eine ganz und gar eigene Attitüde sehr wichtig ist: Das aktuelle Frontcover beispielsweise zeigt zwei angekettete Menschenaffen, welche sich an Bier und Joint berauschen – während im Hintergrund Atomkraftwerke explodieren, Natur zerstört wird und falsche Prediger in Koalition mit Business-Akteuren nicht aufhören, ihre perfiden Botschaften zu inszenieren! So wird hier auf zwölf mal zwölf Zentimetern Covergröße mal eben die gesellschaftlich so tragische Weltsituation erklärt.

 

© Markus Eck

(03.09.2009)