ZERSTÖRER
„Declaration Of War“

(Ashen) 9/10
Selbst, wenn sie meine beiden Lauschlappen mit dieser wirklich köstlichen Albumschandtat „nur“ granithart, hundsgemein und mordsdreckig angreifen würden, wäre „Declaration Of War“ für mich persönlich zumindest einen längeren Hörprozess wert. Schon allein aufgrund der immensen Intensität und dramaturgischen Dichte der Scheibe. Aber: Zerstörer durchschießen ihre wahnwitzig verkommenen Bunkerlieder auch noch lüstern mit verheerend wirkungsvollen Melodiesalven der teils hocheingängig tragischen Notenklasse. So also, wie man es beispielsweise bei den australischen Urviechern Deströyer 666 in den letzten Jahren freudig erleben durfte. Das so sehr entschlossene Klangwaffentrio selbst benennt seine endkrude Stilistik „Pure Panzer Metal“ und schiebt dem noch die entschlossene Ansage „Fuck you!“ hinterher – eindeutig interpretierbare Attitüde eben, ohne Kompromisse.

 

Tatsächlich geboten wird grenzenlos abartiger War Black Metal, vollkommen schnörkellos gezockt und zu jeder Sekunde bedingungslos extrem. So wüten die drei überhämischen Detmolder Hassknechte mit ganzer kreativer Kraft auf diesem mittels pfeilschnellen Rhythmisierungen ins Ziel geschleuderten Destruktionsdiskus. Jederzeit ohne irgendwelche Umschweife und durchgehend gnadenlos voll auf die Zwölf geht es her, allzu selten war man Ohrenzeuge solcherlei unaufhaltsamer Wucht. Die teils wahrlich sensationell vollstreckten Instrumentierungen lösen einen Wonneschauer nach dem anderen aus, und mittels vereinzelten Thrash-Munitionierungen sorgen die drei Zerstörer für die nötigen Variantenanreicherungen in ihrem inhumanen Verwüstungssound. Produziert ist die neue „Kriegserklärung“ des hochaggressiv hämmernden Dreiers auch noch bestens, soll heißen, roh, schmutzig und hässlich. Das ist exakt die Gutenachtmusik für all diejenigen, die das wahre Ausmaß dessen erkannt haben, was die Menschheit bei gezielter und erfolgreicher Verdummung auf diesem Planeten Übles anzustellen imstande ist.

 

© Markus Eck

(28.06.2009)