
| Interview: | LORDS OF SALEM |
| Titel: | Untergangspropheten |
Debütalbum? „Supersonic Vampire Pussy“! Stil? „Dead Pop Sex Action“! Fahne: Totenschädel! Programm: Vorreitern wie Mötley Crüe, Rob Zombie oder Lordi so viel musikalische Ehre machen wie möglich!
Läuft - Endzeit-Barde Postel, Axeman Holly, Tieftöner Marple und Stockschwinger Ole beschwören mit ihrem theatralischen Industrial Rock-Metal so einige B-Movie-Dämonen herauf.
Die Feststellung, dass es schon ein langer, beschwerlicher Weg bis hierhin für die bedrohliche Baden-Württembergische Apokalypse-Crew war, kann Marple nur energisch abnicken.
„Das kann man laut sagen! Hinter der Platte steckt Blut, Schweiß und wahrscheinlich auch ein paar graue Haare mehr. Wir hatten massiven Stress mit so ziemlich allem um uns herum - von Label-Wechseln bis hin zu ständigem organisatorischem Chaos. Auch intern in der Band war es ein echtes Auf und Ab - da fliegen schon mal die Fetzen, wenn man so intensiv an einem Sound arbeitet. Aber am Ende haben wir uns zusammengerissen, den Fokus wiedergefunden und alles in die Musik gesteckt. Jetzt sind wir einfach nur froh, dass das Ding genau so klingt, wie es klingen muss.“
Das lässt auf eine echt turbulente Zeit im Bandcamp schließen. „Ganz ehrlich? Wir haben uns mit unseren Aussagen dazu sogar noch eher zurückgehalten – die Realität war stellenweise noch wilder. Aber wir haben keine Lust, ewig nachtragend zu sein oder in der Vergangenheit zu wühlen. Wir haben das Chaos als Treibstoff benutzt. Wir haben uns ausgesprochen, den Fokus auf das Wesentliche gerichtet und einfach weitergemacht. Das Ergebnis ist eine absolute Hammer-Platte, auf die wir verdammt stolz sind. Am Ende zählt nur, was aus den Boxen kommt, und da stimmt die Harmonie jetzt definitiv wieder.“
Das Line-Up wurde leicht verändert, es gibt neue Members.
„Ja, wir haben frisches Blut an den Instrumenten, aber eigentlich fühlt es sich eher wie eine Familienzusammenführung an. An der Gitarre haben wir jetzt Holly dabei – ein alter Freund, mit dem ich früher schon in einer anderen Band gezockt habe. Und unser Trommler Ole ist ein absolutes Tier am Kit! Er ist ebenfalls ein langjähriger Bekannter und hat mit Holly eine gemeinsame Band-Vergangenheit. Das heißt, wir kennen uns alle mehr oder weniger schon eine gefühlte Ewigkeit. Diese Vertrautheit hat uns als Band extrem gutgetan. Der Sound ist dadurch nicht nur cooler und kompakter geworden, sondern es haben sich für uns musikalisch auch ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Die Chemie 2026 stimmt einfach – wir ziehen jetzt alle am selben Strang.“
Überraschend hart und verflucht kernig ist gleich die erste Single „Supersonic Vampire Pussy“ geworden, wie vieles auf dem neuen Output.
„Absolut, die neuen Sachen sind definitiv wilder. Aber gleichzeitig sind sie auch viel durchdachter und – man mag es kaum glauben – verspielter. Wenn man genau hinhört, gibt es in den Songs extrem viel zu entdecken. Wir haben Details eingebaut, die man vielleicht erst beim zweiten oder dritten Mal hört. Ich würde sagen, das gesamte Material ist 2026 deutlich cooler und ausgereifter. Wir haben die rohe Energie von früher behalten, aber das Songwriting auf ein neues Level gehoben.“
Die „Supersonic Vampire Pussy“, als „World Dominatrix“ – eine fatale dämonische Schönheit, die in ihrem „Hot Rod of Hell“ alles fies und boshaft in Schutt und Asche legt … wie fällt einem denn nur sowas ein, werden sich viele fragen. Bei viel Whiskey und schräg-obskuren 1970er US-Horrorfilmen?
Master Marple gibt dafür zweimal ein klares „Ja“! Mehr: „Wobei der Film, an den das Ganze angelehnt ist, eher aus den 1980ern stammt: ‚Lifeforce‘. Das ist ein britischer Sci-Fi-Vampir-Horror von keinem Geringeren als Regisseur Tobe Hooper. Sogar Patrick Stewart - unser aller Captain Picard aus Star Trek - spielt da mit. Wir fanden diesen Mix aus Weltraum-Vampiren, totalem Chaos und Hoopers dreckiger Regie-Handschrift einfach perfekt für unseren Sound. Es ist laut, es ist trashig, aber es hat eben auch diese spezielle, düstere Atmosphäre, die wir in den Song packen wollten.“
Wie angemessen bzw. fair der vorherige Release, das 2023er Lied „The Hills Have Eyes“ von Medien, Fans und Konzertveranstaltern auf- und angenommen wurde, ist für den Rocker schwer zu sagen, wie er wissen lässt.
„Ich habe das Gefühl, die Leute finden gerade erst heraus, was für einen Schatz sie da eigentlich schon in den Händen hielten. Man merkt das jetzt extrem bei den aktuellen Reviews zum neuen Album: Die sind bis dato durch die Bank weg gut bis sehr gut, und plötzlich wird auch der Vorgänger wieder ganz anders wahrgenommen. ‚The Hills Have Eyes‘ spiegelt ja auch schon unsere tiefe Liebe zum Cinema wider. Der Song ist natürlich eine Verbeugung vor diesem absolut coolen 70er-Jahre-Klassiker von Wes Craven. Aber ich muss sagen, selbst das Remake ist verdammt stark – und ja, wir lehnen uns visuell und atmosphärisch an beide Versionen an. Es scheint, als hätten wir 2023 den Grundstein gelegt, und jetzt, 2026, checken die Leute endlich den Vibe, den wir damals schon im Kopf hatten.“
Zwei bis drei Jahre zwischen Veröffentlichungen sind eine vermeintlich lange Zeit in diesen ziemlich unsteten Tagen auf der Welt.
„Ja, das ist genau das, was wir im Pressetext schon vorsichtig angedeutet haben. Eigentlich wollten wir gar nicht so lange brauchen – der Plan war ein anderer. Aber dann kam eben eins zum anderen: Label-Themen, interne Umbrüche, das übliche Chaos. Es gab definitiv Momente, in denen es zäh war. Aber irgendwann erreichst du diesen Punkt, an dem du dir denkst: ‚Leck’ mich am Arsch, wir ziehen das jetzt durch!’ Wir haben uns dann gesagt, wir machen das Ding jetzt fertig, auf Teufel komm raus. Dieser Trotz und dieser unbedingte Wille, die Platte jetzt genau so rauszuhauen, hat dem Ganzen am Ende vielleicht sogar diesen extra Biss gegeben. Wir haben uns nicht unterkriegen lassen und das Ergebnis spricht für sich.“
Teuflisch kraftvoll sind sämtliche Lieder - mit deutlich mehr Biss und mit echt fetter Industrial-Metal-Kante. Die hypothetische Frage, ob er dafür zusammen mit seinen Schergen erhitzte Energy-Drinks vom Fass eingefahren hat, bringt den Kajal-getarnten Bassisten zum Grinsen.
„Die Power kommt woanders her. Dass der Sound jetzt so viel fetter und besser ist, liegt vor allem an den zwei Jungs, die uns bei der Produktion geholfen haben, das Ganze in Form zu bringen. Da ist zum einen Timon Benk, mit dem wir die Vorproduktion gemacht haben. Wir haben gemeinsam extrem an den Details gefeilt, bis die Songs diesen speziellen, coolen Vibe hatten. Und für den finalen Schliff konnten wir Max Bögelein gewinnen, der ja unter anderem durch seine Produktionen für Kanonenfieber bekannt ist. Er musste unseren musikalischen Träumen dann eigentlich nur noch den richtigen Mix verpassen – und das ist ihm verdammt gut gelungen. Das Ergebnis ist genau diese Industrial-Kante, die wir gesucht haben.“
Und der Weg dahin war für die Beteiligten eben nicht immer einfach oder leicht, das weiß Meister Marple erneut ganz klar zu bekräftigen.
„Da gab es schon intensive Diskussionen im Studio, aber das gehört bei einer Produktion auf diesem Level einfach dazu. Man muss sich gegenseitig fordern. Das Endergebnis hat jetzt ordentlich Wumms und eine Energie, die wir so vorher noch nicht auf Platte hatten. Was mich besonders freut: Selbst auf Vinyl klingt das ganze ‚Baby‘ richtig cool. Es hat diese Wärme und gleichzeitig die Aggressivität, die unseren Sound ausmacht. Max hat es geschafft, genau den Druck einzufangen, den wir uns vorgestellt haben.“
Ob sich das Songwriting bei Lords Of Salem über die letzten Jahre verändert hat, kann der Bassist gar nicht so genau sagen, wie er feststellt. „Aber natürlich bringen die ‚zwei neuen alten Bekannten‘ eine frische Dynamik rein. Es gibt eben tausend Wege - oder wie wir sagen: ‚1000 Ways To Die‘ -, wie ein Song entstehen kann. Manchmal ist es total verrückt: Ich bin zu Holly ins Studio und wir fragten uns: ‚So, was machen wir jetzt?‘ Und ich sagte einfach: ‚Wir brauchen Porno-Gestöhne!‘ Aus diesem ... nennen wir es mal ‚Sound-Element‘ ... ist dann tatsächlich ein ganzer Song gewachsen. So einfach und abgefahren kann das bei uns laufen. Wir setzen uns keine Scheuklappen auf. Wenn eine Idee Spaß macht und ballert, dann ziehen wir das durch – egal wie unkonventionell der Ursprung war.“
Apropos, die neuen Songtitel deuten auf für die Band obligatorische Inhalte hin. Es folgt eine verschmitzte Miene, darüber thront zum Satzbeginn Stirnrunzeln.
„Das ist immer so eine Sache mit den Inhalten. Ich weiß gar nicht, ob ich das zu detailliert aufschlüsseln will, weil am Ende jeder die Songs ein bisschen anders interpretiert und für sich selbst wahrnimmt. Das ist ja das Schöne an der Musik. Aber wenn ich mir zum Beispiel ‚1000 Ways To Die‘ anschaue, würde ich den Leuten da draußen einfach nur raten: Passt verdammt gut auf euch auf! [lacht anhaltend] Der Titel ist Programm, und den Rest darf sich jeder beim Hören selbst in seinen dunkelsten Farben ausmalen.“
© Markus Eck, 20.02.2026
Photo Credit: Lords Of Salem
[ zur Übersicht ]
📢 𝗣𝗥 for artists & more since 2001
🎯 Consistent 5✭ rated
🌐 Worldwide reach:
print, online, radio
⫸ Many years of extensive and in-depth experience in various musical fields form the basis for individual and efficient services.
⫸ In addition to communications for global Public Relations, the main areas of activity are integrated Promotion Campaigns, as well as Marketing, Artist Management, Consulting and Mentoring.
👉 "An outstanding, passionate and genuine PR Agency, that is truly interested in its clients. Highly recommended!"
(HAND OF KALLIACH • UK)
See more feedback »
BlattTurbo
Bleeding4Metal
BURRN!
Crossfire Metal
Darkzen Dragon
Filthy Dogs Of Metal
Frenzy Fire
Groundcast
Heavy Metal Webzine It
Highwire Daze Online
Legacy
Metalheads Forever
Metal Gods TV
Metal Pedia
Metal Shock Finland
Metal Temple
Metal Titans
Metal Underground AT
MetalZone
Pete's Rock News And Views
Powermetal DE
Rock Garage
Saitenkult
Smorg Magazine
Sonic Realms
Stormbringer
The Cosmick View
The Murder Inn
Zephyr's Odem
1921 Baliheadbanger
Demontre Radio
Das Metalmagazin hart&direkt
Hijos De La Luna
La Caverna De Hierro
Metal Com Batata
PowerPlant Radio NL
Radio Diabolus
Rock Live Radio
Linktree
Instagram
Facebook
YouTube
Pinterest
TikTok
Tumblr
Blog
Wordpress
Bluesky
Threads
X
Disclaimer
Impressum
Datenschutzerklärung
© Metal Message ᴳᴸᴼᴮᴬᴸ • 2001-2026 • All rights reserved
Unauthorized use and/or duplication of this material without express and written permission from this site’s author and/or owner is strictly prohibited.
Excerpts and links may be used, provided that full and clear credit is given to Metal Message ᴳᴸᴼᴮᴬᴸ with appropriate and specific direction to the original content.