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Interview: MORK
Titel: Im Sinne der Selbstergründung

Vor über zwei Dekaden schickte sich Thomas Eriksen an, seinen ganz eigenen Black-Metal-Beitrag in diese schnöde Welt zu hieven. Über die Jahre hielt der außergewöhnlich eigenwillige norwegische Multiinstrumentalist eisern an seiner musikalischen Vision fest, was nun das achte Album „Monolitt“ hervorbringt.

Wenige Einzelkämpfer haben die Zeit so selbsttreu überdauert - und geradezu noch erstaunlicher sind Vitalität, Frische und Unverbrauchtheit des aktuellen Mork-Auswurfs.

Mehr als 20 Jahre auf dem fiesen Buckel. Respekt. Gevatter Eriksen scheint diese Musik wirklich zu lieben - und zu leben. Wie wird man denn eigentlich so, fragt man sich und gibt es weiter an denjenigen, den es betrifft. Der nimmt dies gerne an:

„Musik oder der kreative Prozess sind für mich so wichtig wie Sauerstoff. Das klingt vielleicht etwas kitschig, aber es trifft irgendwie zu. Es ist ein großer Teil meines Lebens und meiner Identität. Das ganze Konzept, dass Black Metal ein Genre von Ein-Mann-Projekten ist, passt gut zu mir. Ich bin ein Einzelkind und konnte mich seit meiner Kindheit auf eigene Faust und meine Kreativität hin entwickeln. Als ich damals Bands wie Burzum entdeckte, fügte sich alles zusammen. Ich musste mich auf niemanden verlassen. Es geht um eine persönliche Reise, auf der die Musik zusammen mit mir und meinem Körper wächst.“

Die wertvollste Lektion für ihn war, wie er offenbart, als ihm klar wurde, dass er keiner Szene angehören oder irgendwelchen Erwartungen entsprechen wollte. „Es geht darum, meinen eigenen Weg zu finden und nicht in einem System festzustecken, in das man sich einfügen muss.“

Sein 2013er Album-Biest „Isebakke“ erschien auf selbstgebrutzelter CD-R - Zeit für eine kleine Bilanz, und die mag nicht wenig überraschen.

„Ich höre kaum noch extreme Musik. Ich verbringe viel Zeit damit, meine eigene Musik zu komponieren, die zum extremeren Bereich gehört. Allerdings betrachte ich Mork nicht als extrem im technischen Sinne. Anstatt Härte um der Härte Willen zu erzeugen, konstruiere ich tiefgründigere Kompositionen mit mehr melodischen Elementen. Es gibt zwar einige raue Passagen, aber ich verlasse mich nicht darauf. Musik ist Gefühl, nicht nur Aggression und Hämmern. Um es klar zu sagen: Wenn ich an ‚extrem‘ denke, meine ich sinnlose brutale Riffs, Blast Beats und Gekreische.“

Da „Monolitt“ den Verfasser binnen weniger Lieder zu überzeugen imstande war, wird der herzliche Glückwunsch zum neuen Album nur zu gerne angebracht - Thomas dankt.

„Ich bin sehr stolz und zufrieden. Für mich fühlt sich das wie ein perfektes Album an. Von der Musik über die Texte bis hin zum Cover-Artwork – es fühlt sich wie ein Meilenstein in meiner Diskografie und meiner musikalischen Reise an. Ein ‚Meilenstein‘, wenn ich es so nennen darf. Wir haben ‚Ødelagt‘ und ‚Torden‘ bereits beim diesjährigen Inferno Festival gespielt, was sich wirklich gut und kraftvoll angefühlt hat. Ich freue mich darauf, mehr Songs von diesem Album live zu spielen.“

Seit Februar dieses Jahres verfügt Mork eine neue Live-Besetzung, wobei Schlagzeuger Eivin Brye der neueste Zuwachs in der Band ist.

„Bassist Øyvind Kaslegard wiederum ist seit Ende 2023 dabei und Gitarrist Alex Bruun seit 2014. Aufgrund von Terminplänen und dem Leben im Allgemeinen besteht von Zeit zu Zeit Bedarf an Ersatzmusikern zusätzlich zu den Hauptmitgliedern. Wir haben bereits einige Leute diesbezüglich angesprochen. Es ist wichtig, dass wir als Menschen gut miteinander harmonieren und Zeit miteinander verbringen können. Aber am wichtigsten ist, dass wir die Musik machen und ihr gerecht werden.“ 


Im direkten Vergleich zum vorherigen Longplayer „Syv“ aus 2024 erachtet der ebenso beständige wie vielseitige Musikus den neuen Output als konkreter und konsistenter.

„Es ist tiefer, düsterer und insgesamt stärker. Ich bin auch stolz auf ‚Syv‘. Dieses Album ist das Ergebnis meines Lebens in jener Zeit. Es hat ebenfalls einzigartige und besondere Momente, wie den progressiven Track ‚Heksebål‘, das epische Instrumentalstück ‚Til Syvende Og Sist‘ und das reduzierte und verletzliche ‚Omme‘. Meine Musik wächst und entwickelt sich zusammen mit mir.“ 


So ist sein atmosphärisch dichter Black-Metal-Stil das Ergebnis davon, dass er alle Regeln und Erwartungen darüber, was Black Metal ist und sein sollte, über Bord geworfen hat, wie in Erfahrung zu bringen ist.

„Ich habe vor vielen Jahren beschlossen, dass Mork seinen eigenen Weg gehen soll. Ich möchte auf meine eigene Art anders und originell sein. Alles ergibt sich ganz natürlich. Früher befand ich mich in einer strengeren Blase, in der ich den früheren Bands Tribut zollte. Wenn ich heute zurückblicke, bin ich mit der Diskografie und ihrer natürlichen Entwicklung zufrieden.“

© Markus Eck, 04.06.2026

Photo Credit: Mork

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